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Präventionskurs Kind & Hund: Kindergartenkinder beugen Unfällen vor, indem sie lernen, Hunde zu respektieren
Vorwort:
Seit mehreren tausend Jahren halten Menschen Hunde. Dank seiner hervorragenden An-passungsfähigkeit ist der Hund für viele Erwachsene und Kinder in erster Linie ein Wesen, welches wir gerne haben, ein einzigartiger Kumpel, der immer da ist und nicht verurteilt. Diese Eigenschaften machen ihn zum besten Freund des Menschen. Und doch kommt es immer wieder zu Bissverletzungen, weil wir Menschen die Verhaltensmuster des Hundes zu wenig oder gar nicht kennen. Kinder, welche mit Hunden aufwachsen, kennen deren Eigenarten und Andersartigkeit und begegnen den Hunden mit entsprechend richtigem Verhalten. Dann gibt es Kinder, welche in Hunden allzeit verfügbare, menschlich denkende Streicheltiere sehen, dies nicht zuletzt wegen Filmen wie «Kommissar Rex», «Lassie» oder «101 Dalmatiner». Wir begegnen aber auch Kindern, welche sich vor Hunden fürchten, vor allem vor grossen Hunden. Es ist verständlich, dass Kinder ein unvollständiges oder falsches Bild über das Verhalten des Hundes und die Hund-Mensch-Beziehung haben. Sie sind noch zu jung um die entsprechenden Erfahrungen gesammelt zu haben.
Im Präventionskurs Kind & Hund lernen Kinder einige elementare Regeln, wie sie sich in Alltagsituationen gegenüber Hunden verhalten sollen, damit es nicht zu Bissverletzungen kommt. Was ist zu tun, wenn auf dem Schulweg rennenden oder auf dem Spielplatz laut umhertobenden Kindern ein frei laufender Hund entgegen rennt? Wann darf ich einen Hund streicheln? Ein gut eingeübtes und richtiges Verhalten gibt Sicherheit, fördert den Respekt und mindert die Angst vor Hunden.
Unsere Aufgabe ist es, alles zu unternehmen, damit weder Mensch noch Tier durch Hunde belästigt oder gefährdet werden. Insbesondere sollen Kinder geschützt werden. Der angebotene Ausbildungskurs zur Vorbeugung von Hundebissen ist ein wichtiges Glied in einem ganzen Bündel von Massnahmen. Ferner sollen die neuen, strengeren Vorschriften über Hundezuchten und die Sozialisierung von Hunden, die Ausbildung von verantwortungsbewussten Hundehalterinnen und Hundehaltern, die Bewilligungspflicht von potenziell gefährlichen Hunden und die obligatorische Meldepflicht von Bissvorfällen dazu beitragen, dass Mensch und Hund einvernehmlich miteinander leben können.
Die Nutzung des Kursangebots leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Verhinderung von Bissvorfällen!
Warum ein Präventionskurs?
Die seit Mai 2006 von den Kantonen aufgrund der Meldepflicht von Bissvorfällen gesammelten Meldungen belegen, dass Kinder häufiger von Hunden gebissen werden als Erwachsene. Doppelt so häufig erleiden sie dabei Bissverletzungen, die im Spital versorgt werden müssen. Auch bei den Verletzungen, die beim Hausarzt versorgt werden müssen, sind Kinder deutlich häufiger vertreten. Dabei werden sie oft am Hals oder am Kopf verletzt. Bei zwei von drei gebissenen Kindern wird der Biss des Hundes durch das Verhalten des Kindes ausgelöst. Die besonders heiklen Situationen bei Begegnungen von Kind und Hund, welche beim Hund Aggressionen auslösen können, sind bekannt. Wenn Kinder wissen, welche Si-tuationen gefährlich sind und wenn sie lernen, wie sie sich richtig verhalten sollen, lassen sich Unfälle vermeiden.
Was lernen die Kinder im Präventionskurs?
Im Präventionskurs Kind & Hund lernen die Kindergartenkinder anhand von praktischen Übungen einige elementare Regeln, wie sie sich in Alltagsituationen gegenüber Hunden verhalten sollen, damit es nicht zu Bissverletzungen kommt. Ziel ist, mit den Kindern korrekte und angemessene Verhaltensweisen auf stufengerechte und verständliche Art einzuüben. Den Kindern wird das Wesen Hund mit seinen Gefühlen, seinen spezifischen Bedürfnissen und seiner eigenen Sprache nähergebracht. Bei der Kursgestaltung wird Wert darauf gelegt, dass sich die Kinder aktiv beteiligen können und die Übungen einen engen Bezug zu Alltagssituationen haben. Wenn Kinder einen ihnen fremden Hund streicheln wollen, Hunde an engen Orten passieren müssen, Hunde auf Kinder zu rennen und unter Umständen sogar diese umstossen. Der Kurs ist absolut ungefährlich für die Kinder. Er darf aber nicht als Streichelkurs verstanden werden, vielmehr soll ein respektvoller, distanzierter Umgang gelernt werden.
Wie ist der Präventionskurs organisiert?
Der Gesundheitsschutz Basel-Stadt, Abteilung Veterinäramt, ist in Absprache mit dem Kindergartenrektorat für die Organisation des Kurses zuständig. Der zweistündige Kurs findet in der Aula des Veterinäramtes Basel-Stadt, Schlachthofstrasse 55, 4056 Basel, statt.
Die Kinder werden im Beisein der Kindergartenlehrkraft durch das Team PAB BS (Prevent a bite Basel-Stadt) ausgebildet. Die Fachleute dieses Teams verfügen über eine grosse Erfahrung in der Durchführung solcher Kurse mit Kindern und sind im pädagogischen und im kynologischen Bereich ausgebildet. Auch die dabei eingesetzten Hunde sind speziell ausgewählt und ausgebildet. Sicherheit ist oberstes Gebot. In den Kursen werden nur Hunde eingesetzt, welche die folgenden Anforderungen erfüllen: einwandfreies Sozialverhalten gegenüber den Menschen, gewohnt im Umgang mit Kindern, gesund, gut erzogen und jederzeit kontrollierbar. Die Prüfung der Hunde und des Hundeführers erfolgt nach den Vorgaben von PAB-CH (Prevent a bite Schweiz).
Nach dem Kurs beurteilt die Kindergartenlehrperson die Kursorganisation und die Kursgestaltung mittels Fragebogen. Aufgrund der Rückmeldungen erfolgt eine laufende Optimierung, so dass die Bedürfnisse der Kinder und der Kindergarten-Lehrpersonen in bestmöglicher Weise abgedeckt werden können.
Die Präventionskurse werden jährlich flächendeckend in mindestens der Hälfte aller Kindergärten des Kantons Basel-Stadt durchgeführt. Somit ist gewährleistet, dass ein Kindergartenkind während seinem zweijährigen Aufenthalt im Kindergarten mindestens einmal an diesem Präventionskurs teilnehmen kann.
Das Konzept entspricht den Anforderungen von PAB-CH.
Wie werden Lehrpersonen und Kinder auf den Präventionskurs Kind & Hund vorbereitet?
Der Kindergartenlehrpersonen wird der definitive Kurstermin frühzeitig mitgeteilt. Die Lehrperson erhält zudem eine ausreichende Anzahl Elternbriefe und Broschüren „Tapsi komm“. Mit dem Brief können die Eltern orientiert werden über Sinn, Zweck und Ablauf des Präventionskurses, das Kursdatum, die Besammlungszeit, den Besammlungsort und den Zeitpunkt der Rückkehr zum Kindergarten.
Ein Mitglied des Teams PAB BS wird sich wenige Tage vor dem Kurstermin mit der Kindergartenlehrperson für eine kurze Besprechung telefonisch in Verbindung setzen. Gibt es Kinder, die bereits positive oder gar negative Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, wie hoch ist der Anteil an ausländischen Kindern, verstehen die Kinder die deutsche Sprache ausreichend, ist die Unterrichtssprache Dialekt oder Standarddeutsch, alle diese Fragen müssen vorgängig geklärt werden, damit die unterschiedlichen Ansprüche einer Kindergartenklasse im Kurs berücksichtigen werden können.
Hilfreich ist, wenn die Kinder bereits vor Kursbeginn den Inhalt des Büchleins „Tapsi komm“ kennen. Einige Tage nach dem Kurs sollten die Kindergartenlehrpersonen die Kursinhalte mit den Kindern nochmals vertiefen.
Wie wird das Kursangebot beurteilt?
Der Präventionskurs Kind & Hund wird von den Kindergartenlehrpersonen fast ausnahmslos als sinnvoll und als sehr lehrreich beurteilt. Die Erfahrungen von Kindergartenlehrpersonen und Instruktorinnen zeigen, dass viele Kinder dank der Ausbildung Kind & Hund ihre Angst aber nicht den nötigen Respekt vor Hunden verlieren.
Infomappen sind erhältlich beim Veterinäramt Basel-Stadt, Tel. 061 385 32 28.
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